| Das Schloß, Lehn der Familie Eisenbach, wurde im Jahre 1217 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1269 von Fürstabt Leipolz von Fulda zerstört, wurde es innerhalb von 10 Jahren durch die Lehnsritter Eisenbach wieder aufgebaut. Nach dem Aussterben der Familie Eisenbach bekamen die Riedesel Freiherrn zu Eisenbach 1429 das Lehn. Diese betreuen und pflegen diesen Besitz seit nunmehr über 500 Jahren bis zum heutigen Tag. |
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Die Geschichte |
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Die mächtigsten Grundherren im Lauterbacher Raum waren damals das Kloster und die Abtei Fulda. Um ihre Herrschaft ausüben zu können, waren sie auf weltliche Vögte angewiesen, da sie als geistliche Macht keinen Blutbann ausüben durften. Die Vögte waren die Grafen von Ziegenhain, die wiederum Untervögte in den verschiedenen Gerichtsbezirken einsetzten. Die Herren von Wartenberg waren die ältesten Vögte in der Lauterbacher Gegend. Wahrscheinlich waren die frühen Eisenbacher fuldische Lehensträger. Zwischen 1100 und 1250 wurden in Deutschland tausende von Burgen gebaut. Einst kaiserliches Vorrecht durften neben dem Hochadel jetzt auch regionale Grafen- und Rittergeschlechter ihren Herrschaftsbereich damit abgrenzen. Auch das alte Schloß Eisenbach dürfte in dieser Zeit entstanden sein. Jedenfalls wird 1217 ein Konrad von Eisenbach erwähnt. Im Jahre 1220 verbündete sich Kaiser Friedrich II. mit geistlichen Führern für eigene Vorhaben. Dadurch wurde aus den Fuldaer Äbten Fürstäbte und Territorialherren mit uneingeschränkter Macht. Die Vögte und Untervögte wollten die gleichen Rechte und rebellierten. 11 Jahre später gestand Friedrich II. den weltlichen Herren gleiche Rechte zu. Danach versuchten die Ziegenhainer mit Hilfe der buchonischen Ritter die Reichunmittelbarkeit zu erringen und die Landesherrschaft der Fuldaer Fürstäbte zu beenden. Es kam zu zahllosen Übergriffen, die um 1256, während der kaiserlosen Zeit, eskalierten. Fulda war auf sich allein gestellt und ohne Schutz durch das Reich. 1261 wurde Bertho II, wegen seiner kleinen Gestalt auch Fingerhut genannt, neuer Fürstabt von Fulda. Nachdem die Ritter ihn verließen bekämpfte er sie 1265 mit einem Heer und brachte 15 Burgen in seine Gewalt und zerstörte in den folgenden Jahren unter anderem:
Die Ritter rächten sich, indem sie den Fürstabt am 12. April 1271 während einer Messe in Fulda mit 26 Stichen töteten. Einige der Mörder wurden von Berthos Nachfolger noch am Ende des gleichen Jahres in Haselstein umgebracht, zwei angeblich in Frankfurt gerädert. Lauterbach wurde damals Fuldaer Bastion und erhielt am 16.03.1266 Stadtrechte und eine Burg mit fuldischer Besatzung. |
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Die Eisenbacher |
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Der Ursprung der Eisenbacher ist unbekannt. 1217 wurde Konrad von Eisenbach in einer Urkunde Kaiser Friedrichs II. zum ersten Mal erwähnt. Dessen Sohn Siegfried Kumph von Eisenbach erhält 1247 fuldische Lehen in Reichlos und Rixfeld als Entschädigung für Kriegsverluste. Er nahm zusammen mit den Wartenbergern an der Fehde gegen Fürstabt Bertho II. teil. Eisenbach wurde, wie bereits beschrieben, zerstört. Siegfried hatte drei Brüder. Zwei waren Geistliche, davon einer, Trabodo, Probst in Mockstadt in der Wetterau. Dieser gab um 1276 seine geistlichen Ämter ab und nahm Mechthild von Wartenberg zur Frau. Er begann 1289/90 Eisenbach wieder aufzubauen. Trabodo wird als ein Treuer der Fuldaer Äbte bezeichnet. Auch werden ihm erste Kontakte zu den Landgrafen von Hessen zugewiesen. Seine drei Söhne vermehrten den Eisenbacher Besitz sowohl an Vogtrechten als auch an Grundherrschaft. Trabodo II. und Johann I. standen unter fuldischen Diensten. Johann war Freund und Rat des Abtes Heinrich VI. Der wohl bedeutendste der drei Söhne war Heinrich I. von Eisenbach, der Geheimer Rat und Vertrauter des hessischen Landgrafen war und 1343 Erbmarschall von Hessen wurde. Als er dieses Amt erhielt, trat er damit auch an die Spitze der hessischen Ritterschaft. Das Amt wurde später erblich und blieb bis heute bei den Eisenbachern und deren Nachfolgern. |
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| Die Besitzverhältnisse der Eisenbacher waren in der nachfolgenden Zeit ziemlich verworren. Es gab Erbauseinandersetzungen. Außerdem wurden Güter und Ländereien verkauft, zurückgekauft oder erstritten. Der Landgraf erteilte 1418 den Brüdern von Röhrenfurt die Anwartschaft auf das Erbmarschallamt. Um 1415 heiratete ein Hermann Riedesel die Erbtochter Margarethe des Eckhardt von Röhrenfurt. Als dieser schließlich 1419 starb erhielt Riedesel die Anwartschaft. Rörich II. von Eisenbach starb 1428, nachdem er kurz vorher seine etwa fünfjährige Tochter mit dem elfjährigen Sohn Johann des Ritters Hermann Riedesel verheiratet hatte. Die Eisenbacher waren im Mannesstamm ausgestorben. | |
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Die Riedesel |
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| Die Riedesel, ein Rittergeschlecht, stammen ursprünglich aus dem Raum Marburg. Johann Riedesel gab seine Besitzungen im Ziegenhainer Gebiet und in der Kasseler Gegend auf und wurde 1308 in der Umgebung von Melsungen seßhaft. 1415 wird sein Urenkel Hermann Riedesel als Amtmann des hessischen Landgrafen in Alsfeld und Romrod erwähnt. Durch die Heirat mit Margarethe von Röhrenfurt und die seines Sohnes mit Margarethe von Eisenbach sowie geschicktem Taktieren bekam Hermann, den man auch den goldenen Ritter nannte, von 1429-1440 die ganze Eisenbacher Erbschaft mit Lehen, Pfändern und Grundrechten in seinen Besitz. Hermans Sohn Johann, der kinderlos geblieben war, kam 1444 durch einen Unfall ums Leben. Daraufhin übernahm ein zweiter Sohn, Hermann II., 1463 nach dem Tode seines Vaters Erbe und Erbmarschallamt. 1529 teilten sich die Riedesel in drei Linien, der eine weitere Teilung 1539 in die Linien Ludwigseck, Altenburg und Lauterbach folgte. Schloß Eisenbach blieb aber bis heute gemeinsamer Besitz. | |