Bürgerinformation zur Anhebung der Wasser- und Abwassergebühren ab 1. Januar 2019

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

wie Sie vielleicht schon aus dem Mitteilungsblatt oder der Presse entnommen haben, hat die Gemeindevertretung Hosenfeld in ihrer Sitzung am 13. Dezember 2018 eine Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren ab 1. Januar 2019 beschlossen. Hierzu möchten wir Sie im Folgenden näher informieren.

Erhöhung der Wassergebühren

Die Gebühren erhöhen sich ab 01.01.2019 um 54 Cent pro Kubikmeter verbrauchtem Frischwasser von bisher 1,57 EUR/brutto (1,47 EUR/netto) auf 2,11 EUR/brutto (1,97 EUR/netto).

 

Was sind die Gründe dafür?

In der Frischwassergebühr sind alle Kosten enthalten, die für die Aufrechterhaltung der Trinkwasserversorgung im Gemeindegebiet anfallen, vor allem für die Wartung, Reparatur und Sanierung der Wasserleitungen, Hydranten, Tiefbrunnen, Hochbehälter, Schächte, Druckminderungs- oder Druckerhöhungsanlagen. Die Gebühren erhebt die Gemeinde von allen Grundstückseigentümern, die die Kosten über den Wasserverbrauch anteilig auf Mieter umlegen dürfen. Die Gebühr berechnet sich alleine nach der verbrauchten Frischwassermenge und wird jährlich abgerechnet.

 

Dagegen kann die Gemeinde bei einer Schaffung, Erweiterung oder Erneuerung von Wasserversorgungsanlagen einmalige Beiträge zur Deckung der Investitionskosten erheben. Und genau darum geht es:

 

Denn die Frage, ob einmalige Beiträge erhoben oder Gebühren erhöht werden, hatte sich kürzlich gestellt, als es um die Umlegung der Kosten für die erfolgte Baumaßnahme zur Verbindung der Wasserversorgungsgruppen I (Poppenrod, Hosenfeld, Schletzenhausen) und III (Blankenau, Hainzell, Gersrod) ging. Die Maßnahme wurde erforderlich, um den Löschwasserdruck vor allem in Hainzell zu erhöhen und Versorgungssicherheit für das „Schwarzatal“ im Falle des Ausfalls des Tiefbrunnens Blankenau gewährleisten zu können. Dafür wurde eine etwa zwei Kilometer lange Wasserleitung von Schletzenhausen bis zu den Anschlüssen im Gewerbegebiet Hainzell („Am Mühres“ und „In der Hinterbach“) verlegt und beide Versorgungsgebiete miteinander verbunden. Gleichzeitig wurde im gesamten Gemeindegebiet die veraltete Fernwirkanlage aus dem Jahr 2003 ersetzt, die für die Kontrolle von Wasserverlusten und das Finden von Wasserrohrbrüchen dringend erforderlich wurde, da sie nur noch eingeschränkt funktionierte. Die Gesamtkosten für das in den Jahren 2017 und 2018 umgesetzte Projekt Wasserleitung/Fernwirkanlagebelaufen sich auf rund 840.000 Euro. Hinzu kommen Aufwendungen für die dringend erforderliche Sanierung der beiden Wasserkammern im Hochbehälter Jossa von rund 80.000 Euro.

 

Die Gemeindevertretung hatte nun in ihrer Sitzung am 13. Dezember 2018 entschieden, dass die Refinanzierung der vorgenannten Kosten nicht über einmalige Beiträge, sondern über eine Anhebung der Wassergebühren erfolgen sollte. Während bei einer Beitragserhebung nur die Grundstückseigentümer belangt werden und diese Beiträge auch nicht anteilig auf die Mieter umgelegt werden dürfen, verteilt sich eine Gebührenanhebung auf alle Nutzer, d. h. sowohl auf Grundstückseigentümer als auch auf Mieter. Diese gerechtere Kostenverteilung auf mehrere Schultern war schließlich der ausschlaggebende Grund für die Entscheidung der Gemeindevertretung, Gebühren zu erhöhen anstatt einmalige Beiträge zu erheben.

 

Die Frischwassergebühr ist nach den rechtlichen Vorgaben für die Zukunft zu kalkulieren. Auf Basis des errechneten Ergebnisses ist dann die Gebühr für den kalkulierten Zeitraum – aktuell für 2019/2020 - festzusetzen. Die Berechnung ist von einem externen Fachunternehmen vorgenommen worden. In der Kalkulation wurden die Investitionskosten für die Wasserleitungsverbindung, die Fernwirkanlage und die Hochbehältersanierung einberechnet, so dass im Ergebnis für die nächsten zwei Jahre eine um 54 Cent/m³ (brutto) höhere Frischwassergebühr steht. Danach wird die Gebühr wiederum neu kalkuliert und festgelegt.

Erhöhung der Abwassergebühren

Die Gebühren für die Entwässerung, die in die Schmutzwassergebühr und die Niederschlagswassergebühr gesplittet sind, steigen ab 1. Januar 2019 wie folgt:

 

Schmutzwassergebühr:

von bisher 1,88 EUR pro Kubikmeter verbrauchtem Frischwasser um 34 Cent auf 2,22 EUR

 

Niederschlagswassergebühr:

von 0,12 EUR pro Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche um 4 Cent auf 0,16 EUR

 

Was sind die Gründe dafür?

In der Abwassergebühr sind alle Kosten enthalten, die für die Ableitung und Behandlung des im Gemeindegebiet entstehenden häuslichen und betrieblichen Abwassers entstehen. Damit eingeschlossen ist auch die Behandlung des Abwassers in der Kläranlage in Kleinlüder und die Entsorgung des übrigbleibenden Klärschlamms. Behandlung und Entsorgung des Abwassers werden vom eigens dafür eingerichteten Zweckverband Gruppenklärwerk Hosenfeld-Großenlüder übernommen, da an der Kläranlage neben allen Ortsteilen von Hosenfeld auch der Großenlüderer Ortsteil Kleinlüder angeschlossen ist. Vom Zweckverband werden gegenüber den Gemeinden Hosenfeld und Großenlüder anteilige Umlagen erhoben, mit denen alle anfallenden Kosten abgedeckt werden. Diese Gesamtkosten für die Abwasserbehandlung betrugen beispielsweise für das Jahr 2018 insgesamt rund 428.000 EUR. Davon musste Hosenfeld 356.000 EUR als Umlage tragen, die Gemeinde Großenlüder anteilig 72.000 EUR. Diese Umlagekosten werden dann über die Abwassergebühr an die Nutzer, d. h. alle angeschlossenen Privathaushalte und Betriebe, weitergegeben.

 

Maßgebend für die diesjährige Erhöhung der Abwassergebühren sind immens gestiegene Kosten bei der Klärschlammentsorgung. Bisher konnte der Klärschlamm kostengünstig auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. Dafür fielen pro Jahr etwa 30.000 bis 35.000 EUR an. Mit der aktuellen Änderung der gesetzlichen Vorgaben wurden vor allem niedrigere Grenzwerte bei den im Klärschlamm enthaltenen Schadstoffen festgeschrieben, die das bisherige Ausbringen der Rückstände auf den Feldern und Äckern verbieten. Daher mussten neue Entsorgungswege gesucht werden. Zwar haben wir glücklicher Weise mit der Entsorgung des Klärschlamms in die nahe gelegene Kläranlage in Schlitz-Hutzdorf eine im Vergleich günstige Alternative gefunden. Trotzdem vervierfachen sich damit die Entsorgungskosten, so dass nunmehr von jährlich etwa 120.000 EUR auszugehen ist, also vom Vierfachen! Als einzige weitere Alternative wäre die Verbrennung des Klärschlamms denkbar, durch die aber noch weit höhere Kosten entstehen würden. Man muss wissen, dass durch die gesetzlichen Änderungen fast alle Kommunen bundesweit die gleichen Entsorgungsprobleme haben wie wir. Da es zurzeit eine große und weiter ansteigende Nachfrage auf dem Markt gibt, sind die Entsorgungswege eng und die Kosten gestiegen und weiter steigend. Natürlich beobachten wir den Markt und werden ständig prüfen, ob es kostengünstigere Möglichkeiten gibt. Vorrangig im Moment ist jedoch erst einmal ein sicherer Entsorgungsweg. Und dieser ist für die nächsten Jahre gegeben. Leider aber zum wesentlich höheren Preis.

 

Die Abwassergebühr ist wie die Frischwassergebühr regelmäßig zu kalkulieren, derzeit ebenfalls für den Zeitraum 2019/2020. In der von einem externen Fachunternehmen vorgenommenen Kalkulation sind die erhöhten Entsorgungskosten einberechnet worden, so dass im Ergebnis eine um 34 Cent/m³ höhere Schmutzwassergebühr sowie eine um 4 Cent/m² gestiegene Niederschlagswassergebühr stehen.

Welche Mehrkosten kommen durch die Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren insgesamt auf mich zu?

Nachfolgend werden beispielhaft die Mehrkosten je Person gerechnet.

a) Wassergebühren-Erhöhung

Es wird ein durchschnittlicher Verbrauch pro Person und Jahr von 30 Kubikmeter Frischwasser angenommen. Die Erhöhung von 54 Cent/m³ (brutto) schlägt sich dann wie folgt nieder:

30 m³ Frischwasser x 0,54 EUR (brutto) =

Mehrkosten

 

 

16,20 EUR


b) Abwassergebühren-Erhöhung

In einer Beispielsrechnung wird für die Schmutzwassergebühr von einem durchschnittlichen Frischwasser-Jahresverbrauch von 30 Kubikmeter pro Person ausgegangen. Für die Berechnung der Niederschlagswassergebühr sind auf Basis der vorliegenden Daten je Einwohner 150 m² versiegelte Fläche zu Grunde zu legen. Daraus ergibt sich folgende jährliche Gebührenerhöhung:

 

Schmutzwassergebühr:

0,34 EUR Erhöhung x 30m³ Frischwasserverbrauch =

 

Niederschlagswassergebühr:

0,04 EUR Erhöhung x 150m³ versiegelte Grundfläche/Einwohner =

 

 

 

 

 

 

 

10,20 EUR

 

 

 6,00 EUR


Jährliche Mehrkosten pro Person

32,40 EUR


Die persönliche – und genauere -Mehrbelastung kann jeder für sich ausrechnen:

Nehmen Sie einfach Ihren letztjährigen Gebührenbescheid zu Hand und setzen Sie die neuen Werte ein:

 

Wassergebühren: 2,11EUR/brutto/m³ (anstatt 1,57 EUR)

 

Abwassergebühren:

  • Schmutzwassergebühr: 2,22 EUR/m³ (anstatt 1,88 EUR)
  • Niederschlagswassergebühr: 0,16 EUR/m² (anstatt 0,12 EUR)

 

Für die unumgänglichen Gebührenerhöhungen im Wasser- und Abwasserbereich bitten wir um Ihr Verständnis. Sie können sicher sein, dass wir die Belastungen für Sie so niedrig und so gerecht wie möglich halten möchten. Bitte bedenken Sie Folgendes:

  • Sauberes Trinkwasser ist ein hohes Gut.
  • Die Vorschriften und Auflagen sind entsprechend umfassend und streng. Das kostet Geld.
  • Ebenso hohe Anforderungen gelten mittlerweile bei der Abwasserbehandlung, die nur mit technisch hohem und kostenintensivem Aufwand erfüllt werden können.
  • Trotz Gebührenerhöhungen liegen wir im hessen- und kreisweitem Vergleich im guten Mittelfeld.
  • Mit den wichtigen Baumaßnahmen haben wir unsere Wasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet gesichert und zukunftsfähig gemacht.

Mit dem diesjährigen Gebührenbescheid wird das Jahr 2018 mit den niedrigeren Gebühren abgerechnet. Den Vorauszahlungen für das laufende Jahr 2019 liegen die erhöhten Beträge zugrunde.

 

Für die Gebührenerhöhung bitten wir um Ihr Verständnis. Für Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Gemeindevorstand

der Gemeinde Hosenfeld

Gemeindeverwaltung Hosenfeld

Kirchpfad 1
36154 Hosenfeld

Telefon: 06650 - 9620-0
Telefax: 06650 - 9620-35
E-Mail: kontakt@gemeinde-hosenfeld.de

Außenstelle Bauabteilung:

Kirchpfad 2

36154 Hosenfeld

Telefon: 06650 - 9620-0
Telefax: 06650 - 9620-25
E-Mail: bauabteilung@gemeinde-hosenfeld.de

Sprechzeiten:

Montag – Freitag: 08:00 – 12:00 Uhr

Mittwoch:                14:00 – 19:00 Uhr

Sowie nach Vereinbarung