Schlingenkapelle Jossa

Die Wallfahrtskapelle St. Maria (Schlingenkapelle) bei Jossa

Die kleine, bescheidene Wallfahrtskapelle St. Maria, eher bekannt unter dem Namen Schlingenkapelle, liegt zwischen den Ortschaften Poppenrod und Jossa, unweit der Hauptstraße, die beide Dörfer miteinander verbindet. Seit der Fertigstellung der Kapelle vor 300 Jahren finden am Fest Mariä Himmelfahrt Prozessionen statt, an denen sich zahlreiche Bewohner der umliegenden Orte beteiligen. Im Mai werden an allen Sonn- und Feiertagen Andachten gehalten.

 

Um zu den geschichtlichen Anfängen der Schlingenkapelle zu gelangen, muss man bis in das 17. Jahrhundert zurückblicken. In der von Not und Elend gekennzeichneten Zeit des Dreißigjährigen Krieges pilgerten die Bewohner der umliegenden Dörfer zu einer bildstockähnlichen Heiligenstätte, die am heutigen Standort der Kapelle er-richtet wurde, und erflehten die Hilfe der Gottesmutter. Wurden die Bitten erhört, spendeten die Gläubigen einen Geldbetrag in den Opferstock. Bald war eine an-sehnliche Geldsumme zusammengekommen. Diese wurde um 1650 für den Bau einer kleinen Kapelle verwandt, in der zehn Jahre später eine Geldverleihanstalt eingerichtet wurde, die Kredite an finanzschwache Kleinbauern der Umgebung vergab. Bis zur Jahrhundertwende waren die Gewinne aus den Darlehensgeschäften derart angestiegen, dass genügend Geld vorhanden war, um eine neue Kapelle zu bauen. In den Jahren 1703 und 1704 wurde unter Leitung des Architekten und Baumeisters Anthonius Peyer, ein Franziskanerbruder, die heutige Schlingenkapelle errichtet.

 

Nach dem Bau der neuen Kapelle erlebte der Wallfahrtsort als Stätte der Muttergottesverehrung einen merklichen Aufschwung. Nicht nur die Bewohner der umliegenden Ortschaften suchten das Gotteshaus auf, die Kapelle war im gesamten westlichen Teil des Fuldaer Landes zu einem bekannten und vielbesuchten Wallfahrtsort geworden.

Natürlich ist der Zahn der Zeit nicht spurlos an der Kapelle vorübergegangen. In den 300 Jahren ihres Bestehens mussten mehrfach Renovierungsarbeiten an der Kirche durchgeführt werden. Mehrmals mussten das Dach, der Turm und der Putz erneuert werden. Die letzten größeren baulichen Maßnahmen wurden 1993 bis 1994 vorgenommen.

Noch heute ist die Schlingenkapelle Anziehungspunkt für viele Wallfahrer. Gerne wird die Kapelle auch als Ort kirchlicher Trauungen genutzt.

 

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